„Orgel des Jahres 2026“ steht in Sachsen-Anhalt
Plätze zwei und drei gehen nach Thüringen
Die „Orgel des Jahres 2026“ erklingt in der St. Michaeliskirche im in Zeitz im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt). 846 Stimmen entfielen beim Publikumspreis der Stiftung Orgelklang auf das 1911 von Wilhelm Rühlmann geschaffene Instrument. Die Plätze zwei und drei gingen an die Hartung-Orgel (1728) in St. Laurentius und die Eule-Orgel (1901) in der St.-Georgen-Kirche Waldkirchen (beide Thüringen). Über 3.000 haben sich an der Abstimmung beteiligt.
1. Platz: Rühlmann-Orgel (1911) in St. Michaelis Zeitz (Sachsen-Anhalt)

Rühlmann-Orgel (1911) in St. Michaelis Zeitz (Sachsen-Anhalt)

Rühlmann-Orgel (1911) in St. Michaelis Zeitz (Sachsen-Anhalt)

Rühlmann-Orgel (1911) in St. Michaelis Zeitz (Sachsen-Anhalt)

St. Michaelis Zeitz (Sachsen-Anhalt)

St. Michaelis Zeitz (Sachsen-Anhalt)
Die Orgel der Michaeliskirche in Zeitz wurde 1911 von Wilhelm Rühlmann als opus 338 erbaut. Das dreimanualige Instrument mit 47 Registern auf pneumatischen Kegelladen entspricht in seiner klanglichen Anlage ganz dem spätromantischen Ideal des frühen 20. Jahrhunderts. Der Prospekt wurde von der Vorgängerorgel des Zeitzer Orgelbauers Johann Michael Gottlob Böhme übernommen und für den Neubau entsprechend erweitert. Im Jahr 1953 erfolgte ein Umbau, bei dem ein neuer Spieltisch entstand und die Disposition dem neobarocken Klangverständnis der Orgelbewegung angepasst wurde.
Ungeachtet dieser Veränderungen stellt die Orgel mit ihrer repräsentativen klanglichen Konzeption bis heute ein bedeutendes Zeugnis des mitteldeutschen Orgelbaus der musikalischen Spätromantik dar.
- Alte Klangfülle für alle Generationen
„Orgel des Monats Februar 2025“ in Zeitz
- www.kirche-zeitz.de
2. Platz: Hartung-Orgel (1728) in St. Laurentius Gebesee (Thüringen)

Hartung-Orgel (1728) in St. Laurentius Gebesee (Thüringen)

Hartung-Orgel (1728) in St. Laurentius Gebesee (Thüringen)

Hartung-Orgel (1728) in St. Laurentius Gebesee (Thüringen)

St. Laurentius Gebesee (Thüringen)

St. Laurentius Gebesee (Thüringen)
Die Orgel der St.-Laurentius-Kirche in Gebesee wurde 1728 vermutlich als letztes Werk von Johann Michael Hartung erbaut. Das Instrument besitzt mechanische Schleifladen und verfügt über 21 Register auf zwei Manualen und Pedal. Mit Ausnahme der Prospektpfeifen, die während des Zweiten Weltkriegs abgegeben werden mussten, ist die auf der Ostempore über dem Altar befindliche Orgel nahezu vollständig erhalten und gilt als einziges weitgehend originales Werk Hartungs. Gemeinsam mit dem Altar- und Kanzelprospekt bildet sie ein geschlossenes künstlerisches Ensemble.
Die Gebeseer Stadtkirche entstand zwischen 1406 und 1456 im gotischen Stil. Um 1700 sowie erneut um 1900 wurden bauliche Veränderungen vorgenommen.
- 40 Jahre Schweigen – und ein Ende in Sicht
„Orgel des Monats Januar 2025“ in Gebesee
- kirchengemeinde.gebesee.de
3. Platz: Eule-Orgel (1901) in der St.-Georgen-Kirche Waldkirchen (Sachsen)

Eule-Orgel (1901) in der St.-Georgen-Kirche Waldkirchen (Sachsen)

Eule-Orgel (1901) in der St.-Georgen-Kirche Waldkirchen (Sachsen)

Eule-Orgel (1901) in der St.-Georgen-Kirche Waldkirchen (Sachsen)

Eule-Orgel (1901) in der St.-Georgen-Kirche Waldkirchen (Sachsen)

St.-Georgen-Kirche Waldkirchen (Sachsen)
Die Orgel der damals neu erbauten St.-Georgen-Kirche in Waldkirchen wurde 1901 von der Bautzener Orgelbaufirma Hermann Eule als opus 88 gefertigt. Das Instrument gehört zu den wenigen erhaltenen Beispielen aus der Übergangsphase zwischen mechanischer Kegellade und Taschenlade. Die zweimanualige Orgel verfügt über 21 Register und Pedal; ihre ursprüngliche Disposition ist vollständig bewahrt geblieben. Sie befindet sich auf der Westempore, wobei die Balganlage bis in den Turm hineinreicht. Das Innere des Spieltisches sowie die Klaviaturbacken sind mit Nussbaum furniert. Die letzte Restaurierung erfolgte im Jahr 1985.
Die Kirche selbst wurde von einem Chemnitzer Baumeister im Stil der Neurenaissance errichtet. Den Namen St. Georg trägt sie jedoch erst seit 1936.
- Wiederherstellung eines „zauberhaften Klangs“
„Orgel des Monats Juli 2025“ in Waldkirchen
- www.kirchgemeinde-waldkirchen-erzgebirge.de
Fazit und Anerkennung
Mit der Wahl der Rühlmann-Orgel in St. Michaelis Zeitz zur „Orgel des Jahres 2026“ werden sowohl ihre kulturhistorische Bedeutung als auch ihr bemerkenswerter Erhaltungszustand gewürdigt. Gemeinsam mit den ebenfalls ausgezeichneten Instrumenten von Eule und Hartung verdeutlicht diese Ehrung die stilistische und historische Vielfalt des deutschen Orgelbaus über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Die Stiftung Orgelklang leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Pflege, Bewahrung und öffentlichen Wahrnehmung dieses bedeutenden musikalischen Kulturerbes.