„Orgel des Monats Februar 2026“ in Heidelberg
Bedeutendes Zeugnis kurpfälzischen Orgelbaus
Die Krämer-Orgel in der Heidelberger Christuskirche hat Vieles erlebt in den 236 Jahren ihres Klingens. Vielleicht hat sogar Wolfgang Amadeus Mozart an ihrem Spieltisch gesessen. In den Jahren 1787 bis 1790 von dem Handschuhsheimer Orgelbauer Johann Andreas Krämer gefertigt, ist sie die einzige von einem Heidelberger geschaffene und noch erhaltene Orgel in Heidelberg. Ihre für dieses Jahr vorgesehene Sanierung unterstützt die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung Orgelklang mit 5.000 Euro zuzüglich einer Projektspende in Höhe von 116.000 Euro.
Krämer baute sein Werk den klanglichen Idealen der „Mannheimer Schule“ entsprechend, einer Orchester- und Kompositionsschule mit Verbindungen zum Hof des Kurfürsten Karl Theodors (1724-1799), an dem auch Mozart mehrfach zu Gast war. Ursprünglich wurde das Instrument in der St.-Gallus-Kirche in Ladenburg gespielt. Knapp 100 Jahre später fand ein Umzug in die Ladenburger St. Sebastianskapelle statt. In den 1960er Jahren machte die Restaurierung von Fresken einen Abbau nötig. Etwa 20 Jahre später nahm die Krämer-Orgel dort in umgebauter Form wieder ihren Dienst auf, bis 2008 die Kapelle geschlossen wurde. Erst zehn Jahre später erwarb die Gemeinde in Heidelberg das Instrument für die Christuskirche.
Im Mittelpunkt der Sanierung stehen das Gehäuse der Krämer-Orgel und die Restaurierung des ursprünglichen Klanges. „Wir hoffen, dass wir im Sommer starten können“, sagt Christoph Bornheimer, Professor an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg. Bis heute seien schon mehr als 40 Prozent der benötigten Summe durch Spenden zusammengekommen. „Gemeinde und Hochschule sind sehr aktiv“, sagt Bornheimer. Insgesamt sind 365.000 Euro veranschlagt. „Das Interesse an der Wiederherstellung ist groß“, weiß der Hochschullehrer, „und die Zeit ist reif, dieses bedeutende Zeugnis für kurpfälzischen Orgelbau zu ertüchtigen.“
Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. In diesem Jahr fördert sie 16 Projekte in einem Gesamtumfang von 75.000 Euro (bzw. 241.000 Euro inkl. Projektspenden). Seit 2010 hat sie mehr als 300 Förderzusagen für rund 1,7 Millionen Euro gegeben (bzw. fast 2,6 Millionen Euro inkl. Projektspenden). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.stiftung-orgelklang.de)