„Orgel des Monats September 2026“ in München

Allein der Prospekt der Steinmeyer-Orgel in der Münchner Lukaskirche, also der sichtbare Teil aller Pfeifen, wiegt 3,5 Tonnen. Insgesamt besitzt die Orgel 4560 Pfeifen – ein großes, schwergewichtiges Instrument, dessen Klangvolumen diesen Dimensionen indes derzeit nicht entspricht. Auch deshalb wird die Orgel in St. Lukas in diesen Tagen restauriert. Rund 800.000 Euro sind dafür veranschlagt; die Stiftung Orgelklang unterstützt das Vorhaben mit 5.000 Euro.

Erbaut wurde das Instrument in St. Lukas im Jahr 1932 von der Orgelbaufirma G. F. Steinmeyer & Co. aus dem bayerischen Oettingen. Als erste Orgel in München erhielt es ein so genanntes Rückpositiv, also über ein in der Brüstung installiertes Pfeifenwerk. Bei seiner Einweihung war das Instrument in St. Lukas das größte seiner Art in München – bis heute gilt es als bedeutendstes Klangdenkmal der 1930er Jahre im süddeutschen Raum. 

Im Zuge einer Generalsanierung im Jahr 1967 intonierten Fachleute die Steinmeyer-Orgel neu und passten sie dem vorherrschenden neobarocken Klangideal an. Der ursprünglich volle, spätromanische Klang ging fast vollends verloren, „die Orgel wurde gewissermaßen klanglich kastriert“, sagt Tobias Frank, der Kantor der Lukaskirche. Da das Instrument auch ansonsten sanierungsbedürftig war, entschied sich die Gemeinde, es im Rahmen der Gesamtrestaurierung der Kirche ebenfalls instand setzen zu lassen.

Die Arbeiten beginnen in diesen Tagen: Berliner Orgelbauer werden alle Pfeifen reinigen und reparieren, ebenso wie die Windladen und die Register. Im Anschluss beginnen sie mit der Rückführung auf das spätromantische Klangbild von 1932. „Die klanglichen Möglichkeiten werden sich um ein Vielfaches steigern!“

Mitte April, zur Eröffnung der Lukaskirche, wird das Instrument sicher wieder erklingen, meint Tobias Frank. Die ersehnte neue Disposition wird möglicherweise erst danach vervollständigt werden. „Aber zum Münchener Orgelsommer im nächsten Jahr ist die Steinmeyer-Orgel wieder dabei - in spätromantischer Vollendung!“

Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. In diesem Jahr fördert sie 16 Projekte in einem Gesamtumfang von 75.000 Euro (bzw. 241.000 Euro inkl. Projektspenden). Seit 2010 hat sie mehr als 300 Förderzusagen für rund 1,7 Millionen Euro gegeben (bzw. fast 2,6 Millionen Euro inkl. Projektspenden). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.stiftung-orgelklang.de.