Orgel in der Lutherkirche Halle

Damit alle Klangfarben ertönen können

Die Luthergemeinde in Halle setzt sich mit einem „Orgelteam“ für die Sanierung der Rühlmann-Orgel ein

Eine Orgelpfeife zum Sammeln von Spendenmünzen, ein „Barometer“, das den Stand der Geldgaben anzeigt, Führungen in der begehbaren Orgel – ideenreich ist das Engagement der Luthergemeinde Halle für die Sanierung ihrer Orgel. „Es ist bewundernswert, wie sehr sich die Ehrenamtlichen für das Einwerben von Spenden einsetzen, und dass dieses Engagement für sie selbstverständlich ist“, beschreibt Kantorin Katharina Gürtler die besondere Situation in Halle.

In der dortigen Lutherkirche, einer der ersten expressionistischen Sakralbauten der Stadt, befindet sich die von der Firma Rühlmann im Jahr 1929 angefertigte Orgel. Sie wurde von der Stiftung Orgelklang zur „Orgel des Monats Dezember“ gewählt. Das historische Instrument bedarf, nachdem die Kirche 2009 saniert wurde, nun ebenfalls einer Erneuerung. Dabei soll die ursprüngliche Spielbreite von drei Manualen wiederhergestellt werden. Rund  50.200 Euro muss die Gemeinde dafür aufbringen. Den aktuellen Stand der Spenden zeigt das eigens dafür angefertigte Spendenbarometer im Kirchenraum. Mit den Fördermitteln der Stiftung Orgelklang können 3.500 weitere Euro hinzuaddiert werden.

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Rühlmann-Orgel, Ev. Lutherkirche Halle 

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Rühlmann-Orgel, Ev. Lutherkirche Halle 

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Rühlmann-Orgel, Ev. Lutherkirche Halle 

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Rühlmann-Orgel, Ev. Lutherkirche Halle 

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Die Neigung zur Musik ist in der Gemeinde ausgeprägt. So proben in der Lutherkirche die Bläser der Region, es gibt eine Flötengruppe und den Kirchenchor Tricantus. Vor gut zwei Jahren wurde die Zuständigkeit der hauptamtlich tätigen Kantorin auf vier Gemeinden ausgeweitet. „Seither übernehmen auch viele ehrenamtliche Organistinnen und Organisten zuverlässig und kompetent die Orgeldienste“, lobt die Kirchenmusikerin das musikalische Engagement in der Gemeinde. 

Die Spenden für die Instandsetzung der Rühlmann-Orgel werben in der Hauptsache die Mitglieder  des „Orgelteams“ ein. Um den Gemeindegliedern vor Augen zu führen, dass finanzielle Unterstützung notwendig ist, ließen sie sich etwas Besonderes einfallen. Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals im September luden die Förderer den mit der Sanierung beauftragten Orgelbauer ein; das begehbare Instrument wurde für interessierte Besucher geöffnet: Jeweils fünf bis sechs Menschen konnten sich hineinzwängen und die Arbeiten des Orgelbauers verfolgen. „Wir haben festgestellt, wie wichtig es ist, den Menschen genau zu veranschaulichen, wofür sie spenden“, erklärt Katharina Gürtler. „Vor allem in den ersten beiden Bauabschnitten geht es vornehmlich um Mechanik und Pneumatik. Um den Klang kümmert sich der Orgelbauer erst anschließend. Es ist aber der Klang, den die Gemeinde vor allem wahrnimmt.“ Für viele Gemeindeglieder wurde die Begehung der Orgel zum Aha-Erlebnis. Gleichzeitig stieg die Vorfreude auf den Tag, an dem die sanierte Orgel mit dem vollen Klangrepertoire aller drei Manuale in ihrer Kirche erklingen wird.

Noch muss sich die Gemeinde auch zu Weihnachten mit dem Ergebnis der Tätigkeit von zwei Manualen zufrieden geben, aber zu Beginn des kommenden Jahres werden aller Voraussicht nach auch die Reparaturarbeiten am dritten Manual abgeschlossen sein. Dann wird die Begleitung von Chorälen im Gottesdienst wieder richtig Freude bereiten, meint Kantorin Gürtler. „Mit nur zwei Manualen ist das Spielen von Werken von Johann Sebastian Bach auf der Orgel nämlich eine echte Herausforderung.“

Neben der klanglichen Begleitung im Gottesdienst soll die Orgel perspektivisch auch verstärkt in Highlights wie die „Nacht der offenen Kirchen“ mit einbezogen werden. Außerdem sollen Studierende der Hochschule für Kirchenmusik die Möglichkeit erhalten, auf dem Instrument zu proben. Auch Kantorin Katharina Gürtler ist hoch motiviert, nach Ende der Sanierungsmaßnahmen „richtig viel zu üben“: „Ich möchte der Gemeinde zeigen, welche wunderbaren Klangfarben ihre Orgel zu erzeugen im Stande ist“.