Sauer-Orgel von 1894 in der Lutehrkiche Apolda (Thüringen)
Sauer-Orgel von 1894 in der Lutehrkiche Apolda (Thüringen)

Orgelklang für die kommende Generation

„Orgel des Monats Juli 2022“ in Apolda

Natürlich wird sie hingehen, wenn die Orgel in der Lutherkirche wieder erklingt! „Ich bin so gespannt, wie sie sich nach der Sanierung anhören wird!“, sagt Petra Schubert, Sekretärin im Pfarramt Apolda (Thüringen). Vielen anderen wird es ebenso gehen, mutmaßt sie. Die Gemeinde ist der größte Kulturanbieter in Apolda und der Region, die Lutherkirche wird intensiv für Konzerte und andere Kulturereignisse genutzt; dass die Orgel in diesem Vielklang ein wichtiger Baustein ist, daran zweifelt niemand.

Orgel und Kirche gehörten von Anfang an zusammen: Der Auftrag für das Instrument wurde ausgeschrieben, als das Gotteshaus gebaut wurde, das war im Jahr 1892. Obwohl sich einige namhafte Orgelbauer darum bewarben, erhielt die Firma von Wilhelm Sauer den Zuschlag. Sauer hatte schon mehrfach mit dem Architekten der Lutherkirche, Johannes Otzen, zusammengearbeitet. Zwei Jahre später konnte das imposante Instrument, das sich bestens in das Gesamtgefüge der Kirche einpasst, in Betrieb genommen werden. Zunächst war die „Orgel des Monats Juli 2022“ – versehen mit drei Manualen, 42 Registern und gut 2.500 Pfeifen – eine typische Vertreterin der deutschen Spätromantik; 1933 und in den 1950er Jahren erfuhr sie einige Umbauten, sodass das Klangbild eine zunehmend neobarocke Tendenz erhielt. Durch die Sanierung sollen die Umbauten entfernt, und der originale Klang wieder hergestellt werden.

Lutherkirche Apolda

Lutherkirche Apolda 

Lutherkirche Apolda

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Lutherkirche Apolda

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Lutherkirche Apolda

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Lutherkirche Apolda

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Lutherkirche Apolda

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Lutherkirche Apolda

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Petra Schubert kennt die Orgel noch aus ihrer Kindheit. „Schon damals hatte sie Macken und die Organisten mussten immer wieder kreativ ‚drumherum‘ spielen.“ Doch diese aus der Not geborene Kreativität half zunehmend weniger, immer deutlicher zeigte sich die Störanfälligkeit des Instruments. Dass dies ein Ende finden möge, darauf haben viele Menschen viele Jahre lang hingearbeitet. Jetzt befinden sich die 2018 begonnenen Arbeiten auf der Zielgeraden. „Nur ein Mal muss der Intonateur noch herkommen“, freut sich Petra Schubert.

Intonation und Stimmung des Instruments werden rund 42.000 Euro kosten; die Stiftung Orgelklang fördert dieses entscheidende I-Tüpfelchen der Restaurierung mit 4.000 Euro. Insgesamt muss die Gemeinde mehr als 387.000 Euro für ihr historisches Instrument aufbringen. Spenden hat sie durch Benefizkonzerte gewonnen, es gab einen Orgelkalender, Orgelwein und sogar eine Keramik-Serie mit Orgelmotiven. Am besten gefallen haben Petra Schubert die Pfeifenpatenschaften. Sie selbst ist Patin einer Prospektpfeife und auch ihre drei Enkel hat sie mit je einer kleinen Pfeife bedacht.

Ob sie dabei den Text von Pfarrer Thomas-Michael Robscheit im Hinterkopf hatte? Der Theologe hat auf der Internetseite der Gemeinde werbende Worte zur Unterstützung der Orgel-Sanierung gefunden: „Auch wenn in hundert Jahren niemand mehr unsere Namen kennt, macht es uns menschlich und groß, wenn es uns gelingt das Weltkulturerbe, unsere Orgeln, zu bewahren und an die nächst Generation weiter zu geben.“