Hesse-Orgel von 1797 in St. Kiliani Gispersleben (Thüringen)
Hesse-Orgel von 1797 in St. Kiliani Gispersleben (Thüringen)

Aufwendige Arbeiten zur Erhaltung der Spielbarkeit

Orgel des Monats Mai in Gispersleben

Des Lobes voll ist Orgelbaumeister Stade in seinem Gutachten über die Hesse-Orgel von 1806 in der St. Kiliani Kirche zu Gispersleben (Thüringen). Die letzte Renovierung war zur DDR-Zeit: 1985 wurde die Orgel durch Orgelbaumeister Löbling restauriert, „gründlich und mit Sorgfalt“, betont Meister Stade.

Die aus diesem Anlass vorbildlich gefertigte Dokumentation des Instrumentes und die umfangreiche Recherche dazu seien bis heute außerordentlich wertvoll. Die Arbeiten selbst entsprechen den Standards, die in der DDR zu jener Zeit üblich waren - heute würde man anders vorgehen. Vieles funktioniert aber noch einwandfrei. Zwar wäre es aus instrumentenbaulicher Sicht wünschenswert, die Orgel auf die historischen Bauformen zurückzuführen, aber vordringlich für die Erhaltung der Spielbarkeit ist, dem akuten Windmangel durch ein größer dimensioniertes Gebläse und vor allem eine sorgfältige Restaurierung der Windladen entgegenzutreten. Diese Arbeit ist indessen so aufwendig, dass auch die anderen Teile der Orgel in diesem Zusammenhang behandelt werden sollten.

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St. Kiliani Erfurt-Gispersleben 

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St. Kiliani Erfurt-Gispersleben 

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St. Kiliani Erfurt-Gispersleben 

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Pfarrer Martin Heinke, zuständig für die Kirchengemeinden Erfurt-Gispersleben, Kühnhausen und Tiefthal, hält die Kilianikirche in Gispersleben für besonders bedeutsam für die Gemeinde. „Es ist unsere größte Kirche im Gemeindegebiet und das Neubaugebiet in Erfurt-Nord wird immer bedeutender.“ Entsprechend gefragt sind die monatlichen Konzerte, und spätestens seit die Gemeinde erfahren hat, dass die Orgelbauer Ernst Ludwig und Johann Michael Hesse zu den Herausragenden ihrer Zeit gehören, verbindet sie noch mehr mit „ihrer“ Orgel. Regelmäßige Konzerte und ein großer Orgeltag haben der Gemeinde geholfen, ihren Eigenanteil zur Sanierung ihrer Hesse-Orgel aufzubringen. Seit der Corona-Pandemie ist das freilich nur noch eingeschränkt möglich.

Im ersten Bauabschnitt wurde die Orgel zur weiteren Sanierung ausgebaut, zur Zeit hilft ein vom Orgelbauer ausgeliehenes Orgelpositiv über diese schmerzliche Lücke hinweg. Umso mehr hofft die Gemeinde, ihre Orgel bald wiederzusehen und dann hoffentlich mit einem gebührenden Fest wieder einzuweihen.