Orgel in St. Magdalenen Witzleben

Pfeife für Pfeife zur alten Pracht

Die Witzlebener „Orgel des Monats November“ wird zusehends erneuert

Im vergangenen Jahr hatte es schlecht ausgesehen für die Orgel in der Stankt-Magdalenen-Kirche in Witzleben. Die Restaurierung des schon seit geraumer Zeit nur sehr eingeschränkt bespielbaren Instruments war ins Stocken geraten, weil ein beträchtlicher Teil der eingeplanten Fördermittel wegbrach. An Aufgeben aber war in dem thüringischen Dorf südlich von Erfurt nicht zu denken, und es entstand die Idee der Pfeifenpatenschaften. Damit kam auch die Sanierung der Orgel wieder in Gang, erinnert sich Steve Heyder. Obwohl es nur 360 Witzlebener, aber viele hundert Patenpfeifen gab, sei die Aktion sehr erfolgreich gewesen. Mit möglichen Beiträgen von 20 Euro bis 250 Euro „war für jeden etwas dabei“, sagt Heyder.

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St. Magdalenen Witzleben 

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Heyder, der dem kleinen Förderverein vorsteht, der sich die Wiederherstellung der Orgel in Sankt Magdalenen auf die Fahne geschrieben hat, hatte anfangs „keine riesengroße Bindung“ an die Orgel in seinem Heimatort verspürt. Aber er mochte die Herausforderung, die mit der Finanzierung des Projekts verbunden war, und so machte er sich das Anliegen, das zunächst mehr das seiner Großeltern war, zu eigen. Erst einmal suchte er „vernünftige Mitstreiter, weil man sowas allein nicht machen kann“. Und sobald die gefunden waren, legten sie los; „es ist wirklich großartig, was die Mitglieder des Vereins gemeinsam mit den Gemeindemitgliedern auf die Beine gestellt haben“, schwärmt Heyder. Vom Sommerfest inklusive Lagerfeuer im Kirchgarten bis zum Weihnachtsmarkt mit Glühwein, vom Big Band-Konzert bis zum Auftritt eines Gospelchors – „einen Haufen Arbeit, aber auch viel viel Spaß“ habe das inzwischen vierjährige Engagement zur Akquise von Cents und Euros gemacht.

Inzwischen ist die Finanzierung des Instruments, das die Stiftung Orgelklang zur „Orgel des Monats November“ gewählt hat, in trockenen Tüchern, 68.000 Euro, sagt Heyder nicht ohne Stolz, sind zusammengekommen, 2.000 Euro davon von der Stiftung Orgelklang. Erbaut im Jahr 1843 von August Witzmann aus Stadtilm, ist das Instrument nach 170 Jahren eine Rarität: jahrzehntelang war es weitgehend unversehrt geblieben. In Nachbargemeinden, berichtet Heyder, seien Orgeln häufig in Teilen oder gar in Gänze demontiert worden; „davon sind wir zum Glück verschont geblieben“. Bis auf die Prospektpfeifen ist alles im Original erhalten.

Zu sehen ist die historische Pracht derzeit aber nicht; das geschätzte Instrument zeigt sich dem Betrachter seit kurzem „komplett leer“. Denn der Orgelbauer hat seines Amtes gewaltet und die Pfeifen entnommen-;, sie müssen gereinigt und überarbeitet werden, ebenso die wie die Drähte im Instrument. Ende des Jahres soll das geschafft sein - die Malerarbeiten rund herum sind schon erledigt, von tatkräftigen Witzlebenern in Eigenleistung. Da die Intonation der Witzmannorgel klimabedingt aber erst im Frühjahr möglich ist, wird auch das große Einweihungsfest bis dahin warten müssen.

Für Steve Heyder ist das kein Problem. Schön anzusehen sei es, wie die Pfeifen in diesen Tagen Stück für Stück in neuem Glanz wieder an ihren Platz in der Orgel zurückkehren, sagt er. Seine Mission ist sichtbar erfüllt – und er freut sich ganz im Sinne seiner Großeltern darauf, auch die akustische Vollendung bald mitzuerleben.